Psychische Krankheiten

Psychische Krankheiten sind Krankheiten, die das Erleben und/oder Verhalten eines Menschen beeinträchtigen. Sie sind mit persönlichem Leiden verbunden.

Krankheit oder Störung?

Psychische Krankheiten und psychische Störungen sind umgangssprachlich Synonyme. Die wissenschaftliche Psychologie sieht zwischen beiden Begriffen jedoch einen kleinen, aber feinen Unterschied: Eine psychische Störung ist etwas allgemeiner gefasst und kann zum Beispiel auch ein Syndrom bezeichnen.

Im Englischen ist der Begriff Disorder verhältnismäßig neutral. Das deutsche Wort Störung hat jedoch für viele Menschen einen negativen Klang. „Bist du gestört?!“ wird umgangssprachlich häufig als Beleidigung verwendet.

Obwohl psychische Störung der fachlich korrekte Begriff ist, haben wir uns deshalb dazu entschieden, überwiegend von psychischen Krankheiten zu sprechen. Ausnahmen bilden Begriffe, in denen das Wort Störung ein fester Bestandteil ist, zum Beispiel bei Essstörungen. In einer früheren Version dieser Website orientierten wir uns an der wissenschaftlichen Sprache, doch das Ergebnis klang sehr kalt und steril. Wir fühlten uns mit dieser Wirkung sehr unwohl. Unserer Auffassung nach wird dieser Sprachgebrauch dem persönlichen Erleben nicht gerecht und kann sogar abwertend wahrgenommen werden.

Darüber hinaus ist uns wichtig zu betonen, dass die psychischen Krankheiten den körperlichen Krankheiten gleichgestellt sind. Eine sprachliche Abgrenzung verstärkt die Kluft. Noch heute werden psychische Krankheiten von vielen Menschen nicht als „echte“ Erkrankungen wahrgenommen.